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Hausputz nach Hausfrauenart von Ralf – G. Knuth 360 Seiten, Paperback € 12,70 * ISBN 978-3-00-017593-8 artonio edition postfach 502 13515 berlin
*zuzügl. € 2.- Versandkosten
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Leseprobe (für die Nutzung des Textes ist eine schriftliche Einwilligung des Autors erforderlich)
Ich tacker' alles Eines Tages rief mich ein Kunde mit einem besonderen Wunsch an. Er wollte seiner Geschäftspartnerin einen Fensterputzer schenken. Der besondere Kick bestand darin, dass es ein nackter Fensterputzer sein sollte. „Ich nehme an, das soll ein Gag spätabends auf einer Party sein?“, fragte ich vorsichtig. Doch er verneinte. Der Service war vollkommen ernst gemeint und er schätzte der Putzer hätte sechs Doppelfenster und eine Balkontür zu putzen. Der Spaß war ihm 150 Mark wert. Trotzdem zögerte ich den Auftrag an Land zu ziehen. Ich fragte mich wie wohl die Fensterputzer-Innung reagierte, außerdem gab es da ja noch das Ordnungsamt. Ich versprach dem Kunden einen Rückruf und rief die bezirklichen Ordnungshüter an. Allerdings nicht die in meinem Bezirk, in Spandau, sondern in Kreuzberg. Die holde Dame die ich alsbald an der Strippe hatte, lachte freundlich. „Na Jott, was soll sein. So lange er kein Stehauf-Männchen kriegt und sich keine Nachbarn beschweren.“
Vorsichtshalber schnitt ich diese Aussage mit. Ich dankte freundlich, rief den Kunden an, der mich bat einen hübschen Gutschein anzufertigen. Sobald er diesen erhielt wollte er die 150 Mark überweisen. So geschah es dann auch. Wir bekamen das Geld, doch die Beschenkte ließ nichts von sich hören. Ich wollte mich schon über dieses leicht verdiente Geld freuen, als eines Abends das Telefon läutete und eine leise Frauenstimme zu hören war. „Mein Chef, also mein Geschäftspartner hat mir ein Geschenk gemacht und ich wollte das jetzt einlösen. Ich habe da so einen Gutschein...“ „Ja?“ „Ich wollte ja nicht anrufen, aber Mutti meint es wäre ganz schön und die Fenster sind ohnehin schmutzig.“ Mutti hatte auch schon konkrete Pläne. Der Fensterputzer sollte am Samstag kommen, da hatte Mutti Zeit und konnte das Ganze ebenfalls genießen. Darüber hinaus sollten noch ein paar Freundinnen die scheue Anruferin motivieren. Nach dem Anruf holte ich erst einmal tief Luft. Mir war sofort klar an wem dieser Auftrag hängen bleiben würde. Zu einer Frauenriege würden weder Jeremy, noch Zaza fahren. Und Dewey war kein guter Putzer. Ich hatte ziemlich weiche Knie, als ich am folgenden Samstag nach Tempelhof fuhr. Die beschenkte junge Frau öffnete mir mit einem Cigarillo („in Cocnac getaucht“), und einem Glas Sekt in der Hand. Die versammten fünf Frauen waren bereits bei der dritten Sektflasche. „Keine Bange, wir haben noch viel Nachschub“ , meinte die Älteste der Frauen. Offenbar Mutti. Ich nahm dankbar ein Glas Sekt und trank es in zwei Zügen leer. „Der ist richtig“, meinte Mutti: „Der hat bestimmt Haare auf der Brust.“
Ich beschloß erst einmal Land zu gewinnen und fragte bescheiden nach den Putzutensilien. Die Beschenkte eilte mit mir in die Küche, suchte die Schränke durch und förderte zwei alte Handtücher, einen alten Lederlappen und einen Plastikpapierkorb zu Tage. Nach weiterem Suchen fand sich noch eine Flasche Spiritus an, die zu einem Viertel gefüllt war.Ich goß Wasser und Spiritus ein und eilte zurück ins Wohnzimmer. Dort begann ich ohne Umschweife, und erst einmal vollkommen bekleidet das erste Fenster zu putzen. Das Glas war bestimmt 50 Jahre alt und entsprechend verwölbt. Abgesehen davon hatte war wohl in den letzten fünf Jahren niemand auf den Gedanken gekommen Fenster zu putzen. „Hatte dir dein Boß keinen nackigen Putzer versprochen?“, fragte Mutti. Doch die Beschenkte lenkte sofort ein. „Mutti, da wohnen so komische Leute gegenüber. Was werden die sagen?“ „Wieso? Du ziehst dich doch nicht aus, sondern er“, konterte Mutti. „Aber was werden die von mir denken?“ „Die werden denken, daß du endlich mal einen Kerl hast und das der was für dich tut. - Du hast sowieso viel zu wenig Männer. Manchmal denke ich du bist eine Lesbe.“ „Aber Mutti!“ „Also der letzte Kerl der hier war, hat sich doch für deinen Chef interessiert.“ „Wir hatten Kuschelsex.“ „Ach, und wann kommt mal einer mit dem du es richtig machst. Was hälste denn von unserem Fensterputzer?“
Mutti wartete die Anwort nicht ab, sondern holte eine neue Flasche Sekt aus der Küche, öffnete sie dort lautstark. „Mach mal ein bißchen Musik“, brüllte Mutti. „Das ist ja sonst hier wie auf einer Beerdigung.“
Sofort ging die Beschenkte zur Stereoanlage und legte eine CD mit französischen Chansons ein. Kaum lief die CD erschien Mutti, drückte ihr die Sektflasche in die Hand und nahm die Sache selbst in die Hand. Und im nächsten Moment gröllte Rave durchs Wohnzimmer. Mutti drehte die Lautstärke noch ein bißchen rauf. Dann nahm sie ihrer Tochter die Sektflasche ab, griff sich ein leeres Bierglas, goss Sekt hinein und reichte es mir. „Damit du nicht verdurstest. Aber zieh mal deine Sachen aus.“
„Aber nicht so viel“, mischte sich die Beschenkte ein. Ich zog meinen Pullover und Hemd aus. Und sofort kam das Echo aus der Ecke wo Mutti Platz genommen hatte. „Ein paar Mukis mehr könnte er haben“. „Also ich finde er sieht ganz niedlich aus“, mischte sich eine der Freundinnen ein. Und die anderen stimmten zu. Für einige Zeit drehten sich die Gesprächsthemen um Essen und Kleidung, bis Mutti alle übertönte. „Na ist die erste Scheibe schon fertig?“ Das erste Fenster war geputzt und ich war mit meinen Utensilien zur Balkontür umgezogen, was bedeutete, daß ich nun der Frauenriege ziemlich nahe war. „Jetzt kann er aber noch ein bißchen mehr ausziehen“, ließ Mutti sich wieder vernehmen. „Das macht er wenn er auf der anderen Seite putzt, Mutti. Da sind keine Nachbarn.“ „Aber wenigstens die Jeanshose muß runter“, entschied Mutti.
Ich gehorchte brav und stand nun in einem Tangaslip vor den holden Damen. -“Jetzt muß er erst mal eine Pause haben. Er kann ja zu mir aufs Sofa kommen“, verkündete Mutti. - Ich tat als hätte ich nichts gehört und machte mich daran die Balkontür zu putzen. „Sag mal“, fragte Mutti in meine Richtung. „Hast du eigentlich eine Freundin?“ „Nein, die Frauen sind immer so problematisch, wenn sie hören, daß ich einen kleinen Sohn habe, der bei mir wohnt“, antwortete ich leichthin.
Es war als hätte jemand einen Eiskübel über der Frauenriege ausgeschüttet. Sofort schwand jegliches Interesse an meiner Person. Ich konnte in Ruhe putzen und zog dann mit meinen Utensilien ins Bad um. Auch hierhin folgte mir niemand. Die Musik, die aus dem Wohnzimmer drang wurde noch stimmungsvoller und die Gespräche wurden damit komplett übertönt. Das Badezimmerfenster war schnell geputzt. Nun kam das Schlafzimmerfenster an die Reihe. Ich holte aus der Küche frisches Wasser, versetzte dieses mit Spiritus und trottete ins Schlafzimmer. Nein, das konnte nicht sein. Sämtliche Frauen saßen auf dem Bett. Mutti lag sogar. Und die Beschenkte tönte gerade: „Nein, also die Laken können nicht verrutschen, die tacker ich immer an. Und wenn ich mal einen Mann habe, den tacker ich auch an.“ Wie zur Bestätigung ging über den Bett ein großformatiges Poster, welches die Rückseite eines nackter Mannes zeigte. Es war an die Wand getackert. „Komm rein, brüllte Mutti, als sie mich sah und schwenkte eine Sektflasche. -Jetzt kannst du die Hosen runterlassen.“ -Aber alles mit der Ruhe, Mutti. „Ich will doch aber sehen was er so zu bieten hat. Der hier, und sie zeigte auf den nackten Mann an der Wand, zeigt uns ja seinen Schnulli nicht. Aber dein Putzer scheint ja ordentlich was in der Hose zu haben.“
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